Mein erster Schultag

Es ist halb acht und ich höre meinen Wecker. Los geht’s! Ich hüpfe aus meinem Bett, esse mein Frühstück und mache mich bereit für meinen ersten Schultag. Kurz darauf stehe ich mit der Schuluniform vor der Haustür, bereit zu gehen.

Weil es der erste Schultag ist, fährt mich Margaret. Ich bin aufgeregt, freue mich jedoch. Die nächsten 25 Minuten sind der reinste Horror für mich. Man kann nichts tun, man wartet. Man malt sich bereits aus, wie die Schule aussieht, wie die Schüler sind. Ich mag es nicht zu warten, es erhöht nur die Anspannung. Wenigstens hat es hier drin eine wunderbare Stille. Margaret sagt mir, dass ich diese Stille noch geniessen soll und es ziemlich hektisch werden wird, da alle Schüler der gesamten Schule in der Eingangshalle warten müssen. Sie erwähnte auch, dass die Eingangshalle ziemlich klein ist und es viel zu viele Schüler in dieser Schule haben wird. Mein erster Gedanke: Das kann ja heiter werden!

Das Auto wird langsamer, ich schaue aus dem Fenster und sehe einen Schülerstrom in die Richtung eines noch relativ neuen Gebäudes spazieren. Alle in derselben Uniform, eine Einheit. Das „Adamstown Community College“ ist gleich vor uns. Nach einem tiefen Atemzug, steige ich aus. Die Schuluniform sitzt, ich habe ein Notiz-Buch und das Etui in meiner Schultasche. Vor dem Schulgebäude verabschiedet sich Margaret von mir und wünscht mir viel Glück.

Ich drehe mich um und gehe in die Schule hinein. Leider hatte Margaret Recht. Die Schule ist vollgestopft! Egal wohin man schaut, überall dieselbe Uniform. Ich bin verwirrt. Der Rektor der Schule versucht verzweifelt den Überblick zu behalten und tut so, als hätte er alles unter Kontrolle aber ich glaube ihm nicht. Ich stehe nun inmitten dieser Menge und habe keine Ahnung wohin ich gehen soll, bis ich die aufgrund der vielen Schüler kaum sichtbaren Tafeln entdecke. Hier stehen die Klassenzimmer drauf. Meine Klasse, bzw. das 5th Year, trifft sich in einem der oberen Zimmer.

Es dauert nicht lange und die Glocke läutet. Man hört sie kaum, so laut ist es hier drin. Mir wurde erst bewusst, dass es geläutet hat, als sich die riesige Menschenmasse in Bewegung setzt und ich mich mit ihnen mitten drin. Ich begebe mich in mein Zimmer. Dort werden wir informiert, welche Schüler in welche Klasse gehen. Mein Klassenlehrer ist Mr. Nolan, doch ich kann ihn noch nicht einschätzen.

Meine Klasse besteht aus 27 Schülern. Mr. Nolan sagt uns, dass wir für die ersten Tage eine Sitzordnung haben, damit es einfacher ist. Ich bin froh darüber. Eine Sitzordnung macht es mir noch einfacher Freunde zu finden.

Alle setzen sich. Ich erfahre, dass wir in den ersten drei Stunden Zeit haben um uns kennenzulernen. Mit den üblichen „Präsentiere-dich-Spielen“ lerne ich die Namen der anderen kennen. Dann kommen die ersten Teamwork-Aufgaben. Ich finde schnell Freunde. Die Schüler sind sehr offen und interessieren sich für mich, weil ich aus dem Ausland komme. Nach den drei Lektionen beginnt der Unterricht. Man kann es eigentlich nicht Unterricht nennen. Die einzelnen Lehrer sagen einfach, was sie von einem erwarten und welche Hefte man verwenden soll. Der richtige Unterricht wird also vermutlich erst in den nächsten paar Tagen beginnen. In der ersten Lektion habe ich Französisch. Als ich sage, dass ich ein Austauschschüler bin, will meine Lehrerin sofort wissen, ob ich zu Hause Französisch spreche. Nein, leider nicht ist meine Antwort. Die Französischlehrerin hat einen sehr starken Akzent, was es für mich noch schwieriger macht ihr Französisch zu verstehen.

Wieso denken immer alle, dass Schweizer automatisch Französisch sprechen? Wir haben schliesslich auch noch drei andere Sprachen…

Als nächstes steht Biologie auf dem Plan. Auch diese Lehrperson sagt uns während dem Unterricht, welche Bücher wir benötigen, welche Hefte wir kaufen müssen und wie sie die Hausaufgaben haben will. Der heutige Tag endet um 12:30, doch nur weil es der erste Schultag ist.

Einer von Conors Freunden geht auch auf diese Schule. Sein Vater holt mich ab und fährt mich nach Hause. Auch wenn vieles hier in der Schule anders ist als in der Schweiz, fühle ich mich wohl hier. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen, ich bin gespannt!

Adamstown College

Mein College

Das bin ich in meiner Uniform

Das bin ich in meiner Uniform

Logo der Schule

Das ist das Logo der Schule

 

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One thought on “Mein erster Schultag

  1. Hallo Tim ich finde dein Tage buch super! Ich finde das war eine gute & selbstbewusste Entscheidung nach Irland zu gehen! ich freue mich auch für dich dass Du schon freunde gefunden hast. Mit lieben Grüssen von deiner Cousine Lina .

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