No phones please!

Ich bin todmüde. Ich bin nicht mehr an die Schule gewohnt. Nach den langen Sommerferien brauche ich wieder eine gewisse Anlaufzeit. Obwohl die Schule hier eigentlich weniger anstrengend ist als meine Schule in der Schweiz, muss ich mich hier stets konzentrieren um alles zu verstehen. Die Augenlider sind schwer und der Tag wird lang werden.

Englisch in der ersten Lektion. Konzentration wird selbstverständlich von der ersten bis zur letzten Schullektion verlangt. Obwohl ich ziemlich müde bin, komme ich gut mit, auch als „Dr. Klöti“ anfängt sehr schnell und aufgeregt vom Politiksystem der USA zu reden. Manchmal läuft er ganz rot an, weil er vergisst Atem zu holen.

Dann kommen zwei eher unproduktive Stunden, die auch in der Schweiz sehr verbreitet sind. Sogenannte „Hauptsache der Schüler ist in der Schule“-Stunden. Wir reden eine Stunde lang, wer welche Musik mag und dann sitzen wir eine Stunde vor dem Computer, ohne Auftrag. Ich nutze die zweite Stunde um mir ein Login für das Schulnetzwerk und den Mail-Account zu beschaffen. Leider hat die Sache einen Haken. Wieder ein Passwort mehr zum Merken und eine zweite E-Mail Adresse, welche ich wieder täglich prüfen muss. Ich werde die Mails vermutlich auf meine Schweizer Schulmail-Adresse umleiten, dies ist einfacher.

Ich habe nun gerade Mittag und sitze mit meinen Kollegen im oberen Stock, welcher über den Mittag nicht gross belebt ist, da alle unten in der Haupthalle sind. Das ist so, weil sich nur die Schüler des „Senior Cycle“ über den Mittag in den oberen Stockwerken aufhalten dürfen. Dieses Privileg ist für meine Kollegen und mich Gold wert!

Handy’s und andere Geräte sind bei uns auf dem Schulareal strengstens verboten. Erwischt dich ein Lehrer in der Schweiz mit einem Handy in der Lektion, nimmt er es dir im schlimmsten Fall für die Lektion weg. Hier ist das ein wenig anders. Wenn ein Lehrer dich irgendwo auf dem Schulareal mit einem elektronischen Gerät sieht, dann siehst du es garantiert eine Woche nicht wieder und deine Eltern müssen es holen gehen. Der Schüler selbst bekommt es nicht mehr direkt in die Finger. Ich riskiere es nie mein Handy auch nur anzusehen. Ich nehme es zwar für Notfälle mit und lasse es während des Tages im Spind. Meine Kollegen kennen einen „Trick“ und benutzen das Handy im Schulthek. Das ist aber ziemlich offensichtlich und wird sicher bald entdeckt.

Dr. Klöti hat uns einen Berg von Hausaufgaben zum Thema US Politik gegeben, den wir bis morgen abarbeiten müssen. Leider kann ich nicht so schnell arbeiten wie Dr. Klöti spricht.

Dieses Wochenende habe ich mein Zimmer noch für mich alleine. Ab Montag teile ich es dann mit einem mexikanischen Sprachschüler. Darum „Buenas noches!“ und bis morgen.

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