I Don’t Like Mondays

Warum sind Montage eigentlich so unbeliebt? Seit heute habe ich eine Ahnung warum das so sein könnte.

Irgendwie bin ich heute wohl etwas zu spät aufgestanden, doch zuerst bemerke ich das gar nicht. Erst als ich allein an der Bus-Station stehe und weit und breit niemand anders zu sehen ist, wird mir langsam klar, dass ich meinen Bus verpasst habe.

late late late

Die Zeit reicht nicht um auf den nächsten Bus zu warten und wer zu spät kommt erhält einen Verweis. Ich habe also die brillante Idee, den Weg zu Fuss zu gehen und so vielleicht noch rechzeitig zu kommen. Im Zeitalter des Handys sollte das ja alles kein Problem sein. Ich rufe Google Maps auf und laufe los. Nachdem ich 10 Minuten der Hauptstrasse entlang gegangen bin sehe ich einen anderen Schüler in einer blauen Schuluniform. Das muss ein Mitschüler vom Adamstown College sein. Ich brauche ihm jetzt also nur noch zu folgen. Je näher ich zur Schule komme, desto mehr Schüler sehe ich. Doch als ich zum Schulgelände komme, bemerke ich meinen Fehler. Es ist eben doch nicht die gleiche Uniform. Nur die Farbe stimmt aber das Wappen ist ein anderes! Wäre ich doch nur auf den späteren Bus gegangen, dann wäre ich zwar zu spät gewesen aber wenigstens noch an meiner eigenen Schule.

Ich versuche es also noch einmal mit Google-Maps und renne wie ein Irrer den ganzen Weg zur Schule. Der Schweiss rinnt mir die Stirn herunter und brennt in den Augen. Die Stoffe meiner Schuluniform sind so geschneidert, dass man auch im tiefsten Winter nicht kalt hat. Aber an Rennen auf dem Schulweg hat man dabei wohl nicht gedacht.

Ich biege auf den „Adamstown Way“ ein, der ist ganz nahe bei meiner Schule. Langsam komme ich an die Grenzen meiner Kondition und ich muss eine kurze Laufpause einlegen. Da fährt gerade an mir der 25B Bus vorbei. Das ist meine Linie, das ist der Bus, den ich hätte nehmen sollen. Im Bus sitzen viele Schüler und schauen neugierig aus dem Fenster. Wer ist wohl dieser Verrückte, der zu Fuss zur Schule geht?

Gerade im letzten Augenblick schaffe ich es noch zum Schuleingang, kann noch meine Karte abstempeln und mich mit letzter Kraft ins Biologiezimmer schleppen. Völlig kaputt und verschwitzt setzte ich mich auf meinen Platz. Während der ganzen Lektion fächere ich mir mit einem Schulbuch etwas Luft zu.

Die heutige Montags-Pechsträhne ist aber noch nicht vorbei. Als nächstes steht eine Chemiestunde auf dem Plan. Da ich keine Zeit mehr habe um im Schliessfach meine Bücher zu tauschen, habe ich nun viel zu viele Bücher bei mir und der Reissverschluss meines Theks gibt den Geist auf. So ist es mir nicht mehr möglich, den Thek normal auf dem Rücken zu tragen weil sonst die Bücher alle rausfallen würden. Gerade als ich im Chemiezimmer ankomme, geht ein Feueralarm los. Aus allen Zimmer quellen Schüler hervor und begeben sich zum Sammelplatz. Mittendrin stehe ich mit einem Schulthek, der sich nicht richtig schliessen lässt. Während wir auf dem Sammelplatz warten, repariere ich notdürftig den Reissverschluss aber ich glaube nicht, dass das lange hält. Ueber den Lautsprecher wird nun verkündet, dass es sich nur um einen Uebungsalarm gehandelt hat. Wir dürfen ins Schulzimmer zurückkehren.

Die Chemiestunde ist schnell vorbei und es ist Zeit für die Pause. Wie immer versammeln sich meine Kollegen und ich im zweiten Stock bei den Schliessfächern. Meine Nase fängt an zu laufen, das ist wohl noch von der Erkältung am Wochenende. Zum Glück habe ich ein Taschentuch mitgenommen. Meine Nase läuft immer stärker und als ich ins Taschentuch schneuze, bemerke ich, dass ich Nasenbluten habe. Es blutet recht stark und meine Kollegen sind leicht geschockt. Genau jetzt klingelt es und die Pause ist fertig. Mit dieser Nase kann ich jetzt aber nicht in den Unterricht! Das erste WC, das ich aufsuchen will ist abgeschlossen. Offenbar hat der Principal wegen der Feuerübung alle WC’s abgeschlossen und nur ein WC im Erdgeschoss offen gelassen. Während sich die Schüler die Treppe hoch kämpfen um in den Unterricht zu gelangen, muss ich in die entgegengesetzte Richtung. Dank dem blutigen Taschentuch oeffnet sich aber schnell eine Gasse für mich.

Ich brauche einige Minuten bis das Nasenbluten aufhört und ich verspätet in die Mathestunde zurückkehren kann. Mir ist jetzt nach all der Rennerei und dem Nasenbluten etwas schwindlig und ich bin froh, dass ich mir für den Rest der Stunde hinsetzen kann.

Heute bin ich sehr froh, als der Unterricht vorbei ist und ich mit dem ersten Bus nach Hause fahren kann. Dort schlage ich mir zum Abschluss des Tages noch den Kopf an einem Holzbalken an!

So, von diesem Montag habe ich endgültig genug. Jetzt kann die Woche nur noch besser werden.

 

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