Berufsmesse-Chaos

Heute also gehts zur grossen Berufsmesse. Während ich von daheim gewohnt bin, dass alles top organisiert ist, macht mich dieses leicht Chaotische hier nervös. Nichts, wirklich nichts scheint hier organisiert zu sein. Weder haben wir einen Brief mit Informationen bekommen, zum Beispiel wo wir uns besammeln und wie der Tagesablauf aussieht, noch hat uns sonst jemand über den heutigen Tag aufgeklärt. Ich weiss nicht mal wann ich in der Schule sein soll, daher nehme ich einfach an, dass es die normale Schulzeit ist. Mit der Schuluniform geht es in die Schule. Obwohl wir heute keinen Unterricht haben, müssen wir unsere Schuluniform tragen, denn wir müssen unser College („Adamstown“) repräsentieren. Ich gehe in die Schule und stemple meine Karte ab. Zum Glück sind meine Kollegen schon alle vor Ort und ich kann sie fragen, wie es jetzt weitergeht. Keiner weiss es und daher setzen wir uns einfach in der Haupthalle hin und warten.

schueler

Es klingelt und nur wir, die 5th Year-Students bleiben auf den Bänken sitzen. Alle anderen Schüler müssen in den Unterricht. Nach etwa fünf Minuten der Ungewissheit kommt auch schon der Rektor (Principal) zu uns, gefolgt von einer kleinen Lehrerschar. Der Principal baut sich vor uns auf und die Lehrer schauen ihm über die Schulter und nicken zu jedem Wort, welches der Principal zu uns spricht. Er lässt uns grosszügig teilhaben an seinen Plänen und erklärt uns wie wir zur Berufsmesse kommen. Nach Hause gehen müssen wir danach scheinbar selbst. Nach seiner wichtigen Rede kehrt der Principal, gefolgt von seinen Anhängern, zurück in seinen irischen „Elfenbeinturm“. Der 5th Year-Schülerstrom, mittendrin ich, trottet aus dem Schulgebäude. Ein Wunder, dass ich nicht zerquetscht werde, denn im Vergleich zu dieser Masse an Schülern ist der Haupteingang ziemlich klein.

Vor dem Schulgebäude stehen zwei privat organisierte Busse extra für uns. Gemütlich sehen sie aus, zumindest von aussen. Ich steige in den ersten der beiden Busse, wobei „reinquetschen“ wohl ein besseres Wort dafür ist. Immerhin haben alle einen Sitzplatz. Die Fahrt ist lang, doch wenn man jemanden zum Reden hat, vergeht die Zeit immer schnell.

Ach ja, noch an meine Gesprächspartner: „Hört sofort auf die Schweiz ständig mit Schweden zu verwechseln. Nein ich spreche kein Schwedisch, ich spreche Deutsch!“ Am Anfang, also an meinem ersten Schultag hat es mich nicht gestört, wenn meine Schulkameraden die Schweiz mit Schweden verwechselten, doch mittlerweile macht es mich richtig wütend. Ich lerne auch jetzt noch jeden Tag neue Leute kennen und alle machen denselben Fehler!

Wir fahren durch das Stadtzentrum und wie immer ist es sehr belebt. Die Häuser ziehen an einem vorbei und es ist richtig gemütlich im Bus, ausser dass es ein paar Grad zu warm ist. Als wir ankommen, schreien meine Kollegen, dass sie sofort die Tür aufmachen sollen, denn die Hitze ist unerträglich geworden!

Ich hopse aus dem Bus und sofort wird mir eines klar: Ich bin total verloren auf diesem riesigen Gelände mit den gefühlten Tausenden von Leuten. Das ist ja schlimmer als im Europa-Park! Wir kriegen blaue Bänder um unsere Handgelenke, damit wir rein dürfen. Ich starre immer noch auf die Menschenmasse, die sich ihren Weg in das Gebäude bahnt.

Alles hier ist gigantisch. Und trotzdem ist das Gebäude zu klein für solche Menschenmassen. Die Scheinwerfer blenden mich und ich suche meine Kollegen, denn ohne sie weiss ich nicht, wie ich jemals wieder heimkommen soll. Auf dem Weg sammle ich noch einige Prospekte ein, die mich interessieren.

Berufsmesse

Ich brauche ziemlich lange bis ich sie finde. Zum Glück erkenne ich sie an der Schuluniform. Alle Busse sind voll und darum laufen wir etwa eine halbe Stunde, vorbei an der amerikanischen Botschaft in Dublin. Die Botschaft ist bis auf die Zähne bewaffnet und diese Soldaten, mit dem Finger am Abzug, sehen auch nicht gerade sehr freundlich aus.

Endlich kommt eine Busstation in Sicht, welche nicht überfüllt ist. Wir fahren bis zu einem Shopping Center. Meine Kollegen: Luke, Walter, Mulhouse und ich entscheiden uns noch in den KFC zu gehen und uns den Wanst mit Hühnchen vollzuschlagen. Es ist jetzt schon sechs Uhr und wir laufen zusammen zur Busstation. Es geht nach Hause – vollgefressen und zufrieden.

KFC

Ein schöner, interessanter und vor allem chaotischer Tag!

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