Spinnenattacke

Spinne

Meine Gastfamilie ist heute Morgen nicht zu Hause, denn sie sind alle zu einem Fussball-Match gegangen. Eduardo und ich sind zu Hause geblieben. Es ist mittlerweile drei Uhr und er schläft noch immer. Wie kann man den ganzen Tag verschlafen? Da bin ich ja fast ein bisschen neidisch. Eduardo hat es natürlich lockerer als ich. In der Sprachschule gibt es kaum Tests und auch wenig Hausaufgaben. Die Schulzeiten sind sehr angenehm, es gibt nur am Nachmitttag Unterricht. Fast wie in den Ferien.

Zum Thema Ferien ist es so, dass die Iren ein anderes Feriensystem haben als wir in der Schweiz. Statt die Ferien über das Jahr zu verteilen, gibt es einen grossen Ferienblock im Sommer und der dauert volle drei Monate. Sonst gibt es nur noch über die Weihnachtstage frei. Während dieses Austauschjahres werde ich daher nie Ferien haben ausser ein paar Tagen im Winter. Meine Brüder in der Schweiz freuen sich unterdessen bereits auf die nahen Herbstferien.

Für meine Hausaufgaben brauche ich noch einen gelben Leuchtstift. Ich mache mich auf den Weg nach oben um den Stift zu holen, doch plötzlich bleibe ich wie erstarrt stehen. Ich habe etwas Schreckliches gesehen! Nein, es ist nicht Eduardo, der verkatert und halbnackt durch das Haus stolpert. Casper der Familienhund ist es auch nicht. Es ist klein und schwarz und hat acht böse Augen, die mich jetzt anstarren. Eine monströse Spinne ist an der Wand im Gang und wartet auf Beute! Ich hasse Spinnen und sobald sie grösser als mein kleiner Finger sind bin ich in Panik. Wie gebannt stehe ich da und schaue auf das mächtige schwarze Monster. Es rührt sich nicht. Ich rühre mich auch nicht. Es beobachtet mich mit seinen finsteren acht Aeuglein. Hilfe! Ich muss es loswerden aber ich habe gerade keinen Staubsauger dabei. Vielleicht kennt ihr den Film Ghostbusters und auch den Spruch: „Es hat mich vollgeschleimt!“

Damit es nicht so kommt brauche ich jetzt Unterstützung von Eduardo. Er kommt aus einem Land wo es Spinnen gibt so gross wie Fussbälle, denke ich. Sicher muss er morgens nach dem Aufstehen die Schuhe ausschütteln und alles was dann rauskommt mit der Machete zerteilen. Zum Glück kommt er gerade in diesem Moment die Treppe herunter. Noch ahnt er nichts von der grossen Gefahr in der er schwebt. Er muss ja an dem Tier vorbei laufen.

Offenbar ist meine Theorie über den Spinnenalltag in Mexico nicht ganz richtig, denn auch Eduardo hat nach eigenen Angaben noch nie so eine grosse Spinne gesehen. Trotzdem stürzt er sich todesmutig auf „Monstro“ wie wir sie unterdessen liebevoll getauft haben. Während Eduardo mit dem bösen Wesen ringt ertönt in meinem Kopf unverhofft die „Ghostbusters“-Melodie.

Ich werde diese Nacht kein Auge zu tun. Ist „Monstro“ wirklich weg? Vielleicht kommt sie ja wieder und nimmt furchtbare Rache….

spinne2

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4 thoughts on “Spinnenattacke

  1. Hallo Tim !
    Hey find ich klasse ! Endlich gibt mal ein Mann zu dass er Angst vor Spinnen hat !
    Die Idee mit dem Video ist genial 🙂 Lg 🙂

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  2. Dann zieht deine Schule aber ganz schön durch. Ich hatte ein Midterm Break um Halloween rum, Weihnachtsferien, ein Midtermbreak im Februar und 2 Wochen Osterferien… + die Ferien im Sommer

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  3. Moin,
    der Herr hat also eine Spinnenphobie.
    Das kenne ich sonst nur von Frauen, z. B. meine Freundin A., bei der ist beim Anblick von diesen niedlichen Krabbeltierchen die Angst augenscheinlich so heftig und real, als befände sie sich tatsächlich in konkreter Lebensgefahr.
    Ich weiß, in diesen Momenten nutzen auch Beschwichtigungen wie “die tut dir doch nichts” überhaupt nichts. Wenn sie glaubt, dass die Spinne über ihren Körper krabbeln und beißen könnte, dann glaubt sie. Und dieser Glaube ist unumstößlich.
    Ein Psychologe würde jetzt wahrscheinlich zu einer Konfrontationstherapie raten, der Praktiker zu einem Staubsauger oder anderem Tötungsinstrument. Ich nehme eine Glas und transportiere damit die Spinne nach draußen und lasse sie wieder frei. Ich glaube zwar nicht unbedingt an die Wiedergeburt, Reinkarnation oder so …, aber falls ich doch mal als Spinne wieder unter uns weilen sollte (welch grässlicher Gedanke 😉 dann möchte ich auch nicht am Lüfterrad eines Staubsaugers enden. Nö 😉
    Viele Grüße

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