Der kleine irische Querulant

Thermometer kaltIn letzter Zeit ist die Temperatur hier in Irland wirklich stark gesunken.Windig Doch es ist weniger die Temperatur, die mich frieren lässt sondern eher der Wind und der Regen, welcher mir ins Gesicht peitscht. Bei diesem Wetter möchte ich lieber nicht in die Schule laufen. Darum bin ich gestern extra etwas früher auf den Bus, damit mir der Busfahrer nicht wieder davon fährt. Die Wochenenden sind sehr wichtig für mich, weil nur dann kann ich meine aufgestauten Pendenzen erledigen. In der Schweiz habe ich grosse Projekte und Besorgungen oft aufgeschoben bis zu den Ferien. Hier geht das nicht, weil die Iren ihre Ferien an einem Stück im Sommer haben. Es gibt zwar noch ein paar kleine Unterbrüche, zum Beispiel an den Weihnachten, doch das macht keinen Unterschied. Darum muss ich hier alles an den Wochenenden machen. Das Positive ist, dass meine Zeitplanung zwangsläufig um einiges besser geworden ist. Freitag Gestern im Wirtschaftsunterricht habe ich wieder einmal viel erlebt. Bei uns fahren direkt neben der Schule jeweils riesige Güterzüge vorbei. Die Lehrer kann man dann fast nicht mehr verstehen. Kaum öffnet man hier mal das Fenster, macht es wieder ‚Rumpeldibumpel‘ und schon versteht man das eigene Wort nicht mehr. So ein Zug braucht dann schon mal gefühlte 10 Minunten bis er vorbei gefahren ist. Anders als in der Schweiz hat Irland kein so dichtes Zugnetz. Züge fahren nur in die grossen Städte und halten sonst fast nirgends und auch nicht in der Nähe meines Wohnortes. Also bin ich auf den Bus angewiesen. WutAls ich also gestern gerade mal wieder aus dem Fenster schaute und einen Güterzug beobachtete, hörte ich wie jemand wütend die Tür zum Klassenzimmer aufriss. Ich schaue also hin und es ist eine andere Lehrperson. Hinter ihr ist ein kleiner etwa 12 Jahre alter Schüler. An seiner Uniform erkenne ich, dass er noch im Junior Cycle ist. Die fremde Lehrerin gestikuliert wild herum und stösst unflätige Bemerkungen aus. Sie spricht mit unserer Lehrerin und macht deutlich klar, dass sie den Jungen heute nicht in ihrer Klasse haben will. Der Junge muss sich auf einen freien Platz setzen und bekommt eine Strafaufgabe aufgedonnert. Und zwar soll er offenbar sechs Seiten Text abschreiben. Der arme Schüler ist den Tränen nahe aber verweigert trotzig die Erfüllung der Strafe. Da platzt der fremden Lehrerin der Kragen und sie schleift den kleinen Missetäter zum Principal. Nach diesem Donnerwetter wird es wieder schlagartig still in unserer Klasse und der Güterzug ist auch vorbeigedonnert. Wie ihr bestimmt wisst, habe ich eine neue Seite aufgeschaltet mit Tricks und Tipps zum Leben in Irland. https://exchangeyearie.wordpress.com/tipps-und-tricks/das-schulsystem/ 3D man with a huge tick and thumb upAn die Leser: Falls ihr irgendeine Idee habt, was ich sonst noch alles für Vergleiche und Tipps schreiben soll, nur raus damit!  Wie immer sind die Korridore in der Pause voll mit Menschen und niemand macht sich die Mühe Platz zu machen, wenn jemand von einem Zimmer ins andere will. Ich habe mir darum eine neue Taktik zugelegt, die ich von den anderen Senior Cylce-Schülern gelernt habe. Ich nenne die Taktik „Ellbogenpolitik“. Kurz gesagt, wer sich mir in den Weg stellt, wird weggeschubst. Das ist der beste und schnellste Weg um zum Ziel zu kommen. Tönt hart, aber das machen alle hier so. boringLeider habe ich jetzt schon wieder eine Freistunde. Dies ist eine Stunde in der man zwar im Zimmer sein muss, jedoch nicht unterrichtet wird. Nach Hause gehen darf man selbstverständlich auch nicht und reden ist verboten. Manchmal schauen wir in diesen Stunden „einen“ Film und damit meine ich wirklich „einen“. Also immer den gleichen! Aber vielleicht kommt es mir nur so vor. Zuhause gab es gestern Abend dann „Chicken Wraps“, mein absolutes Lieblingsessen! Ich habe mich davon so vollgestopft, dass ich danach Bauchschmerzen hatte, doch ich bereue nichts!

I regret nothing 2

Klickt auf das Bild! 😀

Heute mache ich den dritten Anlauf um zu Conor’s Fussball-Match zu gehen. Aber offenbar habe ich etwas missverstanden, denn er hat heute gar keinen Match sondern nur ein normales Training. Ich bin ein wenig enttäuscht, denn ich hätte ihn gerne in voller Aktion gesehen. Margaret versichert mir, dass demnächst wieder ein Match ansteht. Hoffentlich klappt’s beim nächsten Mal. geld_wasserhahnHeute beim Frühstück habe ich mitbekommen, dass die Iren sauer auf die Regierung sind, weil sie plötzlich für ihr Wasser bezahlen müssen. Bisher war das offenbar gratis und neu soll es kostenpflichtig sein. Aus der Schweiz kenne ich zwar nichts anderes, aber ich kann ihren Aerger absolut nachvollziehen. Regierungen suchen in allen Ländern immer nach neuen Wegen, wie sie dem normalen Bürger das Geld aus der Tasche ziehen können. In dieser Hinsicht sind Schweiz und Irland genau gleich. Ich habe heute auch noch mein Zimmer aufgeräumt. Im Anschluss habe ich einen kleinen Film gedreht und auf Youtube gestellt. Hier seht ihr wie meine Dachkammer aussieht und wo ich meine Zeit verbringe. Auch der mexikanische Sombrero spielt eine wichtige Rolle. Sein Eigentümer wollte eine zu hohe Gage, darum spielt Eduardo nicht mit.

Danke übrigens meinen Bloglesern für die vielen Kommentare und Anregungen zu meinen Texten und Links. Diese sind immer interessant für mich und ich freue mich stets darüber! Danke_Notiz

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8 thoughts on “Der kleine irische Querulant

  1. Dass man das Wasser bezahlen muss, finde ich eigentlich gut. Dann schaut man vielleicht eher auf den Verbrauch und versucht Wasser zu sparen. Fuer die Umwelt ist das sicher nicht schlecht!

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